5 Projekt Campus Management
5.1 Übersicht
Das Projekt Campus Management ist ein Pilotprojekt an der Freien Universität Berlin, das modulare Studiengänge in einem Informationssystem verwalten kann. Dieses Informationssystem basiert auf der Software "SAP® Campus Management" [42] und stellt Schnittstellen und Werkzeuge für Studenten, Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und vor allem für die Mitarbeiter der Universität zur Verfügung, um die Verwaltungsaufgaben zu erledigen, die ein Studium erfordert.
5.2 Architektur
Das Projekt Campus Management baut auf der Software von SAP auf, in denen die notwendigen Daten und Beziehungen modelliert sind. Der Zugriff auf dieses System erfolgt entweder über eine SAP-GUI oder über eine Webschnittstelle. Die Webschnittstelle ist der Einstiegspunkt für immatrikulierte Studenten, die darüber ihr Studium planen können, aber auch für Dozenten, die Prüfungsleistungen hinterlegen sollen. Die SAP-GUI ist hauptsächlich für anfallende Verwaltungsaufgaben vorgesehen und soll von den Mitarbeitern der Universität verwendet werden. Über die SAP-GUI werden Studentendaten verwaltet, Studiengänge angelegt, geändert oder gelöscht und alle weiteren Verwaltungsaufgaben getätigt.
Die Systemarchitektur des Campus Management Projektes ist in der nachfolgenden Grafik vereinfacht dargestellt. In dieser Grafik sind sowohl einzelne Sicherheitsbereiche farblich unterschieden, als auch die Datenflüsse dargestellt, die beim Zugriff aus dem Internet, sowie aus internen Bereichen auf das System auftreten. Weiterhin ist im rechten Teil der Grafik die Softwareentwicklungsstrategie von SAP angedeutet, welche besagt, dass es drei Schichten gibt - ein Testsystem, ein Qualitätssicherungssystem und ein Produktivsystem. Das Testsystem dient zur Entwicklung und Durchführung von verschiedensten Tests, wie zum Beispiel Komponententests oder Integrationstests. Nachdem die Entwicklung von Produkten oder Teilprodukten abgeschlossen sind, werden diese auf das Qualitätssicherungssystem übertragen, um dort abschließende Tests durchzuführen. Sie umfassen unter anderem funktionale Tests, Sicherheitstests, Konfigurationstests, Installationstests, Mutationstests sowie auch Last- und Performancetests. Nachdem all diese Tests erfolgreich abgeschlossen wurden, werden die getesteten Teile auf das Produktivsystem übertragen, um dort in den Live-Betrieb zu gehen.
Um den Tests auf dem Qualitätssicherungssystem auch Aussagekraft zu geben, sind die Architekturen des Qualitätssicherungssystem und des Produktivsystem identisch, bzw. aus Kostengründen wenigstens ähnlich. Im Campus Management Projekt sind die Systemarchitekturen ähnlich. Die Unterschiede bestehen in Wesentlichem darin, dass im Qualitätssicherungssystem nur ein Applikationsserver existiert, und dass der Webdispatcher und der Internet Transaktion Server auf einem physikalischen Server aufgebaut wurden. Im Produktivsystem stehen zwei Applikationsserver zur Verfügung und der Webdispatcher und der Internet Transaktion Server haben ihre eigenen physikalischen Server.
Die Grundlage für die Durchführung von Performancemessungen ist die in Abbildung 5.2-1 dargestellte Systemarchitektur. Anhand dieser muss definiert werden, wie und welche Tests durchgeführt werden sollen. Für das Projekt Campus Management ist die Systemarchitektur im letzten Abschnitt beschrieben worden. Daraus lassen sich Anforderungen an die Last- und Performancetests entwickeln.
Es existiert eine komplexe Multischichtenarchitektur, die aus verschiedenen Servern besteht und zwei große Anwendungsbereiche vereinigt. Das ist erstens die SAP-GUI und zweitens die Webschnittstelle. Daraus folgt, um die Gesamtperformance des Systems zu erfassen, müssen beide Zugriffe auf das System getestet werden. Diese Tests sollten parallel laufen, da auch das spätere Produktivsystem eine Mischung aus Zugriffen über die SAP-GUI und die Webschnittstelle vereinigt.
5.1 Erwartete Daten- und Nutzerlast
Das Projekt Campus Management ist darauf ausgelegt, die gesamte Studienverwaltung der Freien Universität zu erfassen und zu verarbeiten. Die Nutzerzahlen und die erwarteten Zugriffe auf das System sind die Basis für die Planung und Durchführung der gewünschten Performance-tests.
Aus den Dokumenten für die technische Infrastruktur des Campus Management Projektes sind folgende Daten herauszulesen, die für die Performancetests wichtig sind:

Abbildung 5.3-1 - Sizing - Erwartete Daten- und Nutzerlast [44]
Diese Daten lassen erkennen, dass es sich um eine sehr große Nutzerlast handelt. In Spitzenzeiten werden bis zu 10000 parallele Nutzer erwartet, die auf das System zugreifen.
Performancetest Bottleneck Testtool Mercury Virtuelle User Testverfahren Black box test White box test Grey box test testnutzer Virtuelle User Lasttest




